Bestandserhebung & Sportentwicklungsbericht

Der LandesSportBund Niedersachsen führt jährlich die Bestandserhebung auf seiner Datenbank für die niedersächsische Sportorganisation durch. Alle zwei Jahre werden zudem Vereine für den Sportentwicklungsbericht befragt.

2020: Mitgliederzahlen bleiben stabil

Die Mitgliederzahlen bei den niedersächsischen Sportvereinen sind im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Turnen, DLRG und Dart haben die größten Mitgliederzuwächse. Rund 15 Prozent der Sportvereine verlieren mehr als 10 Mitglieder zum Vorjahr. Der Trend bei den Mitgliederzuwächsen in den Altersgruppen 0 bis 6-, 27 bis 40- und über 60-Jahre hält an.

Die 9.367 Mitgliedsvereine im LandesSportBund (LSB) Niedersachsen verzeichnen danach derzeit 2.625.577 Mitgliedschaften - 808 weniger als im Vorjahr (-0,03 Prozent). Bei der Anzahl der Mitgliedsvereine gab es einen leichten Rückgang um 62 Sportvereine. Der Organisationsgrad (Mitgliedschaften im Verhältnis zur Einwohnerzahl) lag für 2018 in Niedersachsen bei 32,9 Prozent (Grundlage Bestandserhebung [BE] 2019). Betrachtet man die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre, so zeigt sich ein leichter Rückgang um 2,4 Prozentpunkte. Die unterschiedlichen regionalen Strukturen im Flächenland Niedersachsen spiegeln sich auch in unterschiedlichen Organisationsgraden wider. Der Organisationsgrad bewegt sich dabei zwischen 19,9 Prozent in Delmenhorst und 50,4 Prozent im Kreis Rotenburg (Wümme).

Mitgliedsvereine

Legt man den Blick auf die Entwicklung der einzelnen Mitgliedsvereine, so lässt sich feststellen, dass bei mehr als zwei Drittel (69,1 %) der Mitgliedsvereine die Mitgliederzahlen von 2019 zu 2020 relativ stabil geblieben sind (+/- 10 Mitglieder). Einen Zuwachs von mehr als 10 Mitgliedern hatten 15,5 Prozent zu verzeichnen. Rund 13 Prozent der Vereine haben zwischen 11 und 50 Mitglieder im Vergleich zum Vorjahr verloren, rund 2 Prozent mehr als 50.

Alter & Geschlecht

Absolute Zuwächse der Mitgliederzahlen in den einzelnen Altersgruppen verzeichnen wie in den Vorjahren die Altersgruppen der 0 bis 6-, 27 bis 40- und über 60-Jährigen sowohl bei den männlichen wie auch den weiblichen Mitgliedern. Der höchste Organisationsgrad liegt bei den Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 14 Jahren (Ø 78,8 %; höchster Wert bei den 10-Jährigen mit 82,8 %), der niedrigste bei den über 60-Jährigen (Ø 24,9 %) (Grundlage BE 2019).

Betrachtet man die Mitgliederzahlen nach Alter und Geschlecht, so zeigt sich, dass Männer und Jungen über alle Altersgruppen hinweg häufiger Mitglied in einem Sportverein sind als Frauen und Mädchen. Insgesamt sind wie im Vorjahr rund 56,1 Prozent der Mitglieder männlich und 43,9 Prozent weiblich. In zehn Fachverbänden ist allerdings der Anteil der Frauen/Mädchen größer als der der Männer/Jungen. Die Verbände mit dem größten Frauenanteil sind das Cheerleading (94,8 %), der Pferdesport (79,5 %), das Tanzen (67 %) und das Turnen (66,6 %).

Landesfachverbände

Etwas mehr als die Hälfte der Landesfachverbände (31) können mehr Mitglieder als im Vorjahr verzeichnen. Den größten Anstieg bei den Mitgliederzahlen hatten dabei der Niedersächsische Turner-Bund (+9.820), die DLRG (+1.806) und der Dartverband (+676). Den größten absoluten Rückgang verzeichnet mit einem Minus von 12.115 Mitgliedern (-1,9 %) der Niedersächsische Fußballverband. Prozentual gesehen gibt es den größten Zuwachs beim Dartverband (+27,5 %), den größten Rückgang mit -10,1 Prozent (-337 Mitgl.) beim Verband für Modernen Fünfkampf.

Sportbünde

Einen positiven Zuwachs bei den Mitgliedschaften weisen im Vergleich zum Vorjahr insgesamt 23 Sportbünde auf, so beispielsweise der Regionssportbund Hannover mit einem Anstieg von 2.274 Mitgliedschaften (+1,3 %), der Kreissportbund Cloppenburg mit einem Plus von 1.085 Mitgliedschaften (+2,2 %) und der Stadtsportbund Osnabrück (+856 Mitgl. /+1,9 %). Den größten Rückgang hat der KSB Hildesheim mit einem Minus von 2.501 Mitgliedschaften (-2,7 %) sowie der SSB Hannover (-931 / -0,8 %) zu verzeichnen. Bei den Zuwächsen des RSB Hannover und dem Minus beim KSB Hildesheim ist zu berücksichtigen, dass ein Verein mit rund 2.600 Mitgliedern seinen Sitz im Jahr 2019 vom Kreis Hildesheim in die Region Hannover verlegt hat. Dieses Beispiel zeigt sehr anschaulich, dass Zuwächse und Rückgänge nicht unbedingt an besseren oder schlechteren Angeboten der Vereine vor Ort liegen müssen.

(Quelle: LSB-Magazin 5/2020)

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