16.05.2018 - Debatte um Integration

In Friedland hat das Akademie-Forum „Integration im und durch Sport -zwischen Vergangenheit und Zukunft“ stattgefunden.

In Friedland hat das Akademie-Forum „Integration im und durch Sport -zwischen Vergangenheit und Zukunft“ stattgefunden, das neue Impulse für die aktuelle Debatte um das Einwanderungsland Deutschland liefern sollte.

Es war eine gemeinsame Veranstaltung des Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, des LandesSportBundes (LSB) Niedersachsen, des Museums und des Grenzdurchgangslagers Friedland. Wie sahen und sehen Integrationsprozesse aus und welche Erfahrungen aus der Vergangenheit lassen sich aktuell aufgreifen? Welche Herausforderungen stellen sich durch heutige Zuwanderungsgruppen für Helferinnen und Helfer in den Sportvereinen? Diese und weitere Fragen diskutierten die Partner mit rund 100 Gästen. Unter ihnen waren Vertreter von 11 Koordinierungsstellen „Integration im und durch Sport“ und 25 sogenannte Verantwortungsbürgerinnen - und Bürger, also Menschen, die als Schnittstelle zwischen dem organisierten Sport und unterschiedlichen Organisationen der Flüchtlingshilfe fungieren.

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagte: „Der Sport hat die herausragende Fähigkeit, Menschen mit ganz unterschiedlichen kulturellen und persönlichen Hintergründen zu vereinen. Diese große Integrationskraft wollen wir gemeinsam mit dem Landessportbund Niedersachsen, dem Grenzdurchgangslager, dem Museum und der Gemeinde Friedland auch in Zukunft bestmöglich nutzen. Dafür stehen wir in engem Austausch mit allen Netzwerkpartnern, diskutieren Erkenntnisse, und entwickeln Ideen und Konzepte weiter - genau darum geht es auch heute.“

Der LSB-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe erklärte: „Sport verbindet Menschen über kulturelle und soziale Unterschiede hinweg. Ziel unserer Bemühungen ist, die Rahmenbedingungen für die Vereine vor Ort so gut wie möglich zu gestalten. Außerdem wollen wir, dass bei möglichst vielen zugewanderten Menschen aus der Teilnahme Teilhabe am und im Sport wird. Wir wollen sie unterstützen, damit sie ihr Knowhow selbst als Übungsleiter, Vereinsfunktionär oder in anderer Rolle in den Sport einbringen. Das ist für uns gelingende Integration!“

Das Grenzdurchgangslager Friedland ist seit 1945 für viele zugewanderte Menschen Ausgangspunkt ihres neuen Lebens geworden. Der LSB Niedersachsen engagiert sich seit 1989 im Bundesprojekt „Integration durch Sport“,  betreibt seit rund zehn Jahren gemeinsam u.a. mit dem Land Niedersachsen die Projektdatenbank „Sport integriert Niedersachsen“ und arbeitet seit gut eineinhalb Jahren mit dem Grenzdurchgangslager inhaltlich zusammen. Das Museum Friedland, das im März 2016 seine Türen öffnete, erzählt gleichermaßen Migrations- und Integrationsgeschichten und verbindet dabei Geschichte und Gegenwart. Das Angebot des Museums beschränkt sich dabei nicht nur auf die Information seiner Besucherinnen und Besucher sondern veranstaltet auch Workshops für die Bewohnerinnen und Bewohner des Grenzdurchgangslagers. Darüber hinaus bereitet das Museum Friedland zur Zeit eine  Sonderausstellung zum Thema Integration und Sport vor, die im August eröffnet wird. Gemeinsam engagieren sich alle Kooperationspartner für das Gelingen einer nachhaltigen Integration.

 Foto: Swen Pförtner