13.11.2017 - Historische Tagung

Bei der Tagung "Stadt und Sport in historischer Perspektive" diskutierten Sporthistoriker über Hannovers Status als Sportstadt.

An zwei Tagen stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Neuen Rathaus Hannover Ergebnisse ihrer Forschungen zum Verhältnis von Städten bzw. deren Verwaltungen und dem (organisierten) Sport vor. Zur Tagung eingeladen hatten das Niedersächsische Institut für Sportgeschichte (NISH) und das Stadtarchiv Hannover.

Nach einer thematischen Einordnung von Christiane Eisenberg von der Humboldt Universität zu Berlin folgten beispielhafte Betrachtungen städtischer Sportentwicklungen von 1860 bis in die heutige Zeit: Vorgestellt wurden Entwicklungen in Bristol (Großbritannien), Magdeburg, Poznan (Polen), Köln, Potsdam und im Schwerpunkt Hannover.

Über die „sportlichen“ Werbestrategien ihrer Heimatstadt referierte Historikerin Vanessa Erstmann. Sie betonte u. a., dass die Stadt Hannover schon im frühen 20. Jahrhundert den Sport für das Stadtmarketing einsetzte – etwa bei der Einweihung des Neuen Rathauses 1913, deren Feierlichkeiten mit einer Hannoverschen Sport-Woche begleitet wurden. Die Entwicklung des Sportstandortes Hannover nach dem Zweiten Weltkrieg erläuterte der Hildesheimer Sporthistoriker Christian Becker. In dieser Zeit tat sich die Stadt besonders bei der Errichtung neuer Sportstätten hervor. Daraus resultierte die Adelung Hannovers als „Deutschlands Sportstadt Nr. 1“, die 1959 Georg von Opel, Präsident der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG), aussprach.

Eine Podiumsdiskussion mit (im Foto v. l.) Wolf-Dietmar Kohlstedt (Vizepräsident StadtSportBund Hannover), Norbert Engelhardt (Stellv. Vorstandsvorsitzender LandesSportBund Niedersachsen), Moderator Christoph Dannowski (Neue Presse), Stefan Schostock (Oberbürgermeister Hannover), Björn Bremer (Geschäftsführer Hannover 96) und Stefanie Eichel (eichels event) setzte sich mit dem heutigen Status der Landeshauptstadt auseinander. Hierbei stellten die Diskutanten das gemeinschaftliche Zusammenwirken von Profi- und Breitensport heraus. Norbert Engelhardt sagte: „Hannover ist wichtiger Standort für den Nachwuchsleistungssport. Sportliche Aushängeschilder, z. B. eine gewisse Anzahl an Bundesligisten – auch abseits des Fußballs – schaffen einen Ruf als Sportstadt. Das kann im Wettbewerb um junge Talente entscheidend sein.“