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des LandesSportBundes Niedersachsen

14.01.2020 - SSB Hannover übergibt Abrechnung an Stadt

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung 14. Januar 2020

Streit um Abrechnung: Sportbund übergibt Abrechnung an Stadt

Zwischen dem Stadtsportbund und den Mehrheitsfraktionen im Rat (SPD, Grüne, FDP) ist ein Streit um die Abrechnung von Trainerhonoraren ausgebrochen. Am Montag im Sportausschuss eskalierte der Konflikt. Stadtsportbundpräsidentin Rita Girschikofsky kündigte an, die Abrechnung nach 30 Jahren wieder in die Hände der Stadtverwaltung zu geben. „Das tut mir für die Vereine leid, aber wir können nicht alles hinnehmen“, sagte Girschikofsky der HAZ. Sportdezernentin Konstanze Beckedorf betonte, dass die Vereine ihr Geld bekommen werden. Dennoch müsse man zunächst verwaltungsintern besprechen, wie es weitergehe.

Grund für den Eklat ist ein rot-grün-gelber Antrag, der am Montag im Ausschuss beschlossen wurde. Darin fordern die Mehrheitsfraktionen unter anderem mehr Mitsprache, wenn es darum geht, den Verteilungsschlüssel zu ändern. Zudem sollen Trainer, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Damit wolle man Missbrauch im Sport vorbeugen, heißt es aus den Mehrheitsfraktionen. Auch soll die Pauschale nicht nur Übungsleitern mit einer gültigen Trainerlizenz ausgezahlt werden, sondern auch anderen Personen, die eine entsprechende Qualifikation nachweisen können.

„Damit kommen auch Mitglieder anderer Einrichtungen in den Genuss des Geldes, das eigentlich dem Sport zusteht“, kritisiert Girschikofsky. Klar sei, dass etwa die DLRG oder der Arbeiter-Samariter-Bund ebenfalls Honorare aus dem städtischen Topf beanspruchen werden. Die Vorlage eines Führungszeugnisses hält die Präsidentin für überflüssig. „Außerdem kostet es 13 Euro, ein solches Zeugnis zu beantragen“, sagt sie.

Die CDU teilt die Kritik des Stadtsportbunds. „Der rot-grün-gelbe Antrag ist ein Misstrauensvotum gegen den Stadtsportbund“, sagte CDU-Sportpolitiker Thomas Klapproth. Das Mehrheitsbündnis habe nicht bedacht, was es damit kaputtmacht.

Rund 1000 Trainer sind in den hannoverschen Vereinen aktiv. Die Stadt schüttet jährlich 336 000 Euro als Pauschale für die Übungsleiter aus. Seit den Neunzigerjahren übernimmt der Stadtsportbund die Berechnung, Bewilligung und Vergabe der städtischen Mittel, hinzu kommen noch die Fördersummen aus der Landeskasse.

SPD und Grüne geben sich gelassen. „Es ist bedauerlich, dass sich der Stadtsportbund zurückzieht“, sagte SPD-Sportexperte Angelo Alter. Er sei aber zuversichtlich, dass sich die Stadtverwaltung nun um die Honorare kümmere. Alle Übungsleiter müssten das ihnen zustehende Geld erhalten. Auch Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert bedauerte den Rückzug. „Aber in bestimmten Bereichen muss es eine Gleichberechtigung zwischen den Vereinen geben“, sagte er. asl

Antrag Stadtverwaltung

Antrag SPD, Grüne, FDP