16.09.2019 - Kalte Dusche

Die dsj kritisiert die geplante Kürzung der Mittel für Freiwilligendienste im Bundeshaushalt 2020.

Die geplante Kürzung der Mittel für Freiwilligendienste sendet nach Einschätzung des dsj-Vorsitzenden Jan Holze ein falsches Signal an junge Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Foto: dsj

„Pünktlich zur beginnenden Woche des Engagements ist das eine kalte Dusche für unsere jungen Engagierten“, sagt der dsj-Vorsitzende Jan Holze. 

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat nach eigenen Aussagen einen Rekordhaushalt vorgelegt und verweist im Rahmen der Haushaltsdebatte explizit auf die „Stärkung von Engagement“. Für die Freiwilligendienste fehlen aber im Vergleich zum laufenden Jahr 50 Millionen Euro. Damit fehlt das Geld für fünftausend Einsatzstellen – auch aus dem Sport –, für die dringend notwendige pädagogische Begleitung sowie für bereits geplante Projekte im Bereich inklusiv ausgestalteter Freiwilligendienste.

„Freiwilligendienste im Sport sind hochattraktiv für junge Menschen. Sportvereine bilden die Keimzelle bürgerschaftlichen Engagements und bieten hervorragende Möglichkeiten, um sich nachhaltig für die Gesellschaft einzusetzen. Ohne Unterstützung des Bundes werden wir das Angebot aber nicht aufrechterhalten können“, warnt Holze weiter.

Derzeit absolvieren jährlich mehr als 80.000 junge Menschen einen Freiwilligendienst in Deutschland, davon etwa 4.000 im Sportbereich. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte Ende 2018 ein Konzept für ein "Jugendfreiwilligenjahr" vorgestellt, um noch mehr junge Menschen zu gewinnen. Dafür würden allerdings bis zu einer Milliarde Euro pro Jahr benötigt. „Das Jugendfreiwilligenjahr würde auch kleineren Vereinen im ländlichen Raum ganz neue Möglichkeiten eröffnen“, unterstreicht der dsj-Vorsitzende. „Eine Kürzung des Haushalts statt der anvisierten deutlichen Aufstockung setzt ein fatales Signal.“

(Quelle: dsj)

Foto: dsj dsj-Vorsitzenden Jan Holze