Freiwilligendienst im Stützpunktverein

Mit einem Freiwilligendienst in einem Stützpunktverein des Programms „Integration durch Sport“ oder einem geförderten Landesfachverband können junge Menschen einen Einblick in das Themenfeld Integration erhalten und eigene Projekte umsetzen. Der nächste Jahrgang startet im Sommer 2020. Stützpunktvereine bilden das Herzstück

Stützpunktvereine bilden das Herzstück des Bundesprogramms „Integration durch Sport“. In Niedersachsen handelt es sich dabei um Sportvereine, die sich in besonderem Maße für die Integrationsarbeit engagieren, das heißt sie bauen vor Ort kontinuierlich und langfristig Strukturen zur Integration von zugewanderten und sozial benachteiligten Menschen im organisierten Sport auf. Um dieses Ziel zu erreichen, erhalten Stützpunktvereine in allen Phasen, von der Idee bis zur Umsetzung besondere Unterstützungsleistungen durch den LandesSportBund Niedersachsen. Jährlich werden bis zu 30 Vereine gefördert. Außerdem begleitet und berät der LSB Landesfachverbände, die sich für die Integration stark machen. In 14 Vereinen und zwei Landesfachverbänden helfen Freiwilligendienste bei der Umsetzung der integrativen Maßnahmen. Im Rahmen ihres Engagements setzen sie außerdem eigene Jahresprojekte um. Drei von ihnen sind Nina Laudien (Nordwestdeutscher Volleyball-Verband), Marcel Lange (MTV Wolfenbüttel) und Rebecca Koch (SV Yurdumspor‘88 Lehrte).

Nina Laudien, 19 Jahre, Nordwestdeutscher Volleyball-Verband

Ich setze beim NWVV zwei Jahresprojekte um. Mein erstes Jahresprojekt nennt sich „Volleygriert“ und ist ein Turnier, das sich an Vereine wendet, deren Mannschaften sowohl Geflüchtete als aus deutschstämmige Spieler trainieren. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, damit Mannschaften aus ganz Niedersachsen ins Ge-spräch kommen und sich über ihre bisherigen Erfahrungen austauschen können. Folglich wird auch der Austausch zwischen den Deutschstämmigen und Migranten gewährleistet. Wir als Verband möchten uns mit diesem Turnier für das Engagement der Vereine und den Einsatz der Migranten bedanken.In meinem zweiten Jahresprojekt entwickle ich mehrsprachige Trainingskarten für Trainerinnen und Trainer. Die Karten umfassen grundlegende Übungen und Spiele aus der Volleyballpraxis (Erwärmung, Technik, Kondition etc.) und sollen den Geflüchteten in den Trainingsstunden ohne umständliche Erklärungen die Techniken und Übungen des Volleyballspiels vermitteln und ihnen so die Chance geben, sich leichter in die Mannschaften zu integrieren und am Spielbetrieb teilzunehmen.  Die Übungen werden zunächst ins Englische, Französische und Arabische übersetzt. Mit zusätzlichen Zeichnungen unterstützen die Trainingskarten auch den Spracherwerb der Geflüchteten.

Marcel Lange, 21 Jahre, MTV Wolfenbüttel

In meinem Jahresprojekt geht es um ein integratives Sportcamp. Dieses findet in den Osterferien statt. Das Besondere daran ist, dass unterschied-liche Sportarten für Kinder und Jugendliche von 7 - 13 Jahren durchgeführt werden.

Der Integrative Schwerpunkt liegt darauf, dass es allen möglich ist teilzunehmen und dass den Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Kultu-ren das Vereinsleben in Deutschland näherge-bracht wird. Außerdem sollen Hemmnisse und Vorurteile untereinander abgebaut werden.

Rebecca Koch, 21 Jahre, SV Yurdumspor‘88 Lehrte

Als ich mir das erste Mal Gedanken über mein Jahresprojekt gemacht habe, wusste ich sofort, dass es etwas mit Tanzen zu tun haben soll. Zuerst wollte ich eine Tanzveranstaltung planen, die an einem bestimmten Tag stattfinden sollte. Ich entschied mich jedoch für ein langfristiges Projekt: eine Tanzgruppe für Kinder und Jugendliche, die einmal wöchentlich beim SV Yurdumspor stattfindet soll. So haben Kinder und Jugendliche jede Woche die Chance teilzunehmen, sich gegenseitig kennenzulernen und gemeinsam auf etwas hinzuarbeiten. Unser Ziel ist, dass wir verschiedene Tanzrichtungen ausprobieren und später in der gesamten Choreo-grafie etwas Kunterbuntes entsteht. Verschiedene Tänze aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen sollen Platz in einer gemeinsamen Choreografie finden. Tanzen verbindet die Men-schen, egal welcher Nationalität oder Religion sie angehören.

Interesse?

Interessierte an einem Freiwilligendienst in einem Stützpunktverein können sich direkt an den jeweiligen Verein oder an den Träger für den Freiwilligendienst im Sport in Niedersach-sen, den ASC Göttingen, wenden. Der nächste Freiwilligendienst-Jahrgang in den Stützpunktvereinen startet im August/September 2020. 

Mehr Informationen

Informationen für Einsatzstellen

Pro Stützpunktverein und Landesfachverband können maximal zwei Freiwilligendienststellen (ausschließlich FSJ oder BFD) gefördert werden. Es können nur Freiwilligendienststellen gefördert werden, bei denen der Stützpunktverein alleinige Einsatzstelle ist. Für den Freiwilligendienst für Menschen zwischen 16 und 27 Jahren steht eine Pauschale von 300 € pro Monat zur Verfügung, bei einem Freiwilligen-dienst für Menschen ab 27 Jahren sind es 150 € pro Monat.

Kontakt

(Der ausführliche Bericht ist in der Ausgabe 04/2020 des LSB Magazins erschienen)