Masterplan Inklusion im niedersächsischen Sport

Die Sportorganisation in Niedersachsen steht am Beginn einer neuen Ära: Der LandesSportBund (LSB) Niedersachsen hat mit dem Behinderten-Sportverband Niedersachsen (BSN), dem Gehörlosen Sportverband Niedersachsen (GSN) und Special Olympics Niedersachsen (SO NDS) einen „Masterplan Inklusion im niedersächsischen Sport“ erarbeitet. Die beteiligten Verbände wollen bis 2030 die Inklusionsprozesse in Sportvereinen, Landesfachverbänden und Sportbünden nachhaltig weiterentwickeln. Ziel soll sein, dass Menschen mit Behinderung sowohl als Teilnehmende im Sportbetrieb, im Ehrenamt oder in einer hauptberuflichen Tätigkeit gleichberechtigt an den Leistungen des Sports partizipieren können. Das LSB-Präsidium hat das Konzept auf seiner März- Sitzung 2020 bestätigt. Der Masterplan hat ein Gesamtvolumen von über zwei Millionen Euro.

Akteure und Impulsgeber

Der Masterplan setzt den Prozess fort, den LSB und BSN 2013 begonnen haben und baut auf die seitdem eingeleiteten Maßnahmen auf. Er ist das Produkt intensiver Dialogprozesse und speist sich aus vielen (sport-) fachlichen Diskursen. Der Masterplan ist Ausdruck des gemeinsamen Willens und Anspruchs, selbstbestimmte, gleichberechtigte und gleichwertige Teilnahme und Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderungen im und durch Sport zu ermöglichen Die Sportverbände und der LSB verstehen sich dabei als Akteure und Impulsgeber. Sie eint die Überzeugung, dass die Sportorganisation ihre Verantwortung für Inklusion nach Außen nur wahrnehmen kann, wenn zugleich der Zusammenhalt im Innern erhalten bleibt. Und das setzt strukturelles gemeinsames Handeln voraus. Der Masterplan enthält 31 Ziele für elf Handlungsfelder: Verbandskultur, Angebote, Strukturen, Qualifikation, Barrierefreiheit, Kooperationen, Lobbyarbeit, Kommunikation, Service, Ressourcen, Wissenschaft.

Statements

„Die Haupterrungenschaft dieses Masterplans ist das Signal der Führungskräfte, strukturell zusammenarbeiten zu wollen. Er ist ein wichtiger Baustein, damit wir unser Versprechen „Sport für alle“ anzubieten, auch einlösen“, sagt LSB-Vorstandsvorsitzender Reinhard Rawe. Für die Umsetzung will er auch externe Förderer gewinnen.

Karl Finke, Präsident des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen: „Die Beteiligung der Behindertensportverbände ist Ausdruck unserer gemeinsamen Überzeugung, dass wir die Expertise von Menschen mit Behinderung einbeziehen wollen- von Beginn an also auf Partizipation setzen. Wir setzen ein bundesweites Zeichen.“(Karl Finke, Präsident des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen)

Peter Fiebiger, Präsident des Gehörlosen Sportverbandes Niedersachsen: „Wir sind stolz, dass wir an der Konzepterarbeitung mitgewirkt haben. Nun beginnt die Umsetzungsphase.“

Vera Neugebauer, Präsidentin von Special Olympics Niedersachsen: „Special Olympics Niedersachsen findet sich im Masterplan mit seinem Ansatz, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, vollständig wieder.“ 

Die nächsten Schritte im Jahr 2020:

März: Einsetzung einer Steuerungsgruppe und einer Projektgruppe für die Umsetzung des Gesamtprozesses Mai: Vorstellung des Konzeptes auf der Ständigen Konferenz der Landesfachverbände am 8. Mai und der Ständigen Konferenz der Sportbünde am 9. Mai November: Vorstellung beim 45. Landessporttag am 21. November

(Der ausführliche Bericht ist in der Ausgabe 04/2020 des LSB Magazins erschienen)