News-Meldung

des LandesSportBundes Niedersachsen

- Energiekrise: Umfrage des DOSB verdeutlicht herausfordernde Lage der Sportvereine in Niedersachsen

„Der Vereinssport in Niedersachsen benötigt in diesem Winter zusätzlich zu den auf Bundesebene vorgeschlagenen Maßnahmen der Gaspreiskommission ergänzende Entlastungen auf Landesebene. Diese sportpolitische Erwartungshaltung wird durch die aktuelle bundesweite Umfrage des DOSB und der 16 Landessportbünde untermauert“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende des LandesSportBundes (LSB) Niedersachsen, Reinhard Rawe, die Vorstellung der Ergebnisse durch den DOSB am 26. Oktober 2022.  

An der Umfrage, die vom Institut für Sportstättenentwicklung durchgeführt wurde, hatten sich insgesamt 5696 Sportvereine beteiligt, darunter 924 aus Niedersachsen.

Nahezu die Hälfte der Sportvereine in Niedersachsen (46,3 %) erwarten für sich starke Auswirkungen durch die Energiekrise. Dazu gehören u.a. Einschränkungen des Trainingsbetriebs, Schließungen einzelner Abteilungen oder Mitgliederrückgänge. Im Vergleich der letzten 5 Jahre rechnen die Sportvereine mit ca. einer Vervierfachung der Heizkosten für 2022. Denn fast 65% der Sportvereine in Niedersachsen heizen mit Erdgas.

Für viele Sportvereine sind die Auswirkungen der Energiekrise bereits jetzt zu spüren. Über 28% der Vereine geben an, dass sie einen Mitgliederrückgang aufgrund der aktuellen Krise zu verzeichnen haben. 18% beklagen den Verlust von ehrenamtlichem Engagement. Bereits vor Beginn des Winters mussten in mehr als 4% der Sportvereine Sportstätten geschlossen werden.

Um anfallende Mehrkosten abzufangen, sehen sich fast 37% der Sportvereine gezwungen, ihre Mitgliedsbeiträge zu erhöhen, was den Mitgliederrückgang wohl weiter beschleunigen und den Zugang zum Sport insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen erschweren würde.

Rawe appelliert an die Politik: „Unsere Mitglieder sind stark und haben nicht zuletzt während der Pandemie ein enormes Durchhaltevermögen bewiesen. Aber die Reserven sind so gut wie aufgebraucht und spätestens mit den zu erwartenden, deutlich erhöhten Abschlagszahlungen stehen insbesondere die rund 4500 Vereine mit eigenen Sportanlagen vor teilweise existenzbedrohenden finanziellen Belastungen. Unser gemeinsames Ziel sollte sein, dass kein Sportverein wegen der steigenden Energiekosten Insolvenz anmelden muss.“ Rawe verwies darauf, dass auch der LSB bereits aktiv geworden sei u.a. mit zusätzlichen Förderangeboten zum Ausbau erneuerbarer Energien in Sportstätten.

Die ausführlichen Umfrageergebnisse werden im Laufe der nächsten Wochen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sportstättenentwicklung durch den DOSB veröffentlicht.

Zu den Ergebnissen der DOSB-Umfrage

Foto: LSB NRW / Andrea Bowinkelmann