Es war das erwartete Sportfest in Hannover: Mehr als 4.000 Sportler*innen haben in 24 Sportarten um insgesamt 143 Meistertitel gekämpft. Die Kulissen: Weltklasse. Beachvolleyball vor der Oper, Rapid Surfen auf der Leinewelle und 3x3 Basketball vor dem Neuen Rathaus waren nur einige der Highlights. ARD und ZDF sendeten an vier Tagen mehr als 30 Stunden live im TV-Programm sowie in bis zu acht parallelen Livestreams.
28 Medaillen für Niedersachsen
Niedersachsen präsentierte sich nicht nur als guter Gastgeber, sondern auch als Titelgarant. Die Athletinnen aus Niedersachsen sicherten sich zehn Gold-, sieben Silber- und elf Bronzemedaillen. Unter den glücklichen Gewinnerinnen waren die Rugby-Spieler*innen des SC Germania List. Im 7er-Rugby konnte sich der Verein sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen den Titel sichern. Schwimmer Sven Schwarz holte sich den Sieg in der neugeschaffenen Kombiwertung über 400 und 800 Meter.
Beim Rudern und Kanu jubelte Niedersachsen gleich mehrfach. Paulina Paszek, Timo Strach, Hermine Krumbein, Frauke Hundeling und Finja Hermanussen paddelten sich in die Medaillenränge.
Auch beim Judo konnten die niedersächsischen Sportler*innen gemeinsam jubeln. Das Team Niedersachsen – u. a. mit Igor Wandtke, Anna Monta Olek und Giovanna Scoccimarro – erkämpfte sich Silber.
Für einen emotionalen Abschied sorgte Star-Turner Andreas Toba. Bei seinem letzten Auftritt im nationalen Spitzenturnen durfte er sich vor heimischer Kulisse jeweils über Bronze im Mehrkampf und am Reck freuen. Zusätzlich ehrte ihn der Deutsche Turner-Bund für außergewöhnliche sportliche Leistungen und seine Vorbildfunktion mit der Flatow-Medaille, der höchsten Ehrung des Verbandes.
Für einen gelungenen Abschluss der Finals sorgten am letzten Tag die 3x3-Basketballer*innen vom Bundesstützpunkt Hannover. Mit den Vereinen SVD 49 Dortmund und Telekom Baskets Bonn siegten sie bei den Frauen und den Männern. Bronze sicherten sich bei den Frauen die TKH Luchse.
Starke Frauen im Sport
Zahlreiche Sportfans nutzten die Wege zwischen den Wettkampforten für einen Besuch der VGH Finals-Meile, auf der sich Sportvereine und -verbände mit ihren Mitmachangeboten präsentierten. Auch der LandesSportBund und die Sportjugend waren mit den beliebten Angeboten Kletterwand, Bungee Run, Aerotrim und Pumptrack vertreten.
Nicht unweit der Meile konnten die Besucher*innen starke Frauen aus dem Sport in Niedersachsen kennenlernen. Die LSB-Ausstellung „Starke Frauen im Sport“ zeigte sechs großformatige Porträts von Frauen aus dem niedersächsischen Sport, die mit ihrem Engagement, ihrer Vielfalt und ihren unterschiedlichen Lebenswegen für Teilhabe, Verantwortung und Empowerment stehen. Viele der porträtierten Frauen – Nevin Sahin, Semiha Topal, Ayşe Karaman, Sarah Borchers, Lilly Laser und Jana Cuvrk – sind in Stützpunktvereinen des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ aktiv, andere stehen stellvertretend für die Vielfalt und Stärke von Frauen, die Sportvereine in Niedersachsen prägen.
„Mit der Porträtreihe möchten wir Frauen ermutigen, sichtbarer zu werden und Verantwortung im Sport zu übernehmen. Gleichzeitig wissen wir, dass Veränderung nicht allein an Frauen hängen darf. Es braucht Männer, die unterstützen, Platz machen und Verantwortung teilen. Erst wenn beides zusammenkommt, entsteht echte Teilhabe“, so Maria-Theresa Eggers, LSB-Referentin „Integration durch Sport“ und Projektverantwortliche.
Steinhuder Meer
Knapp 35 Kilometer vom Stadtkern entfernt sahen die Zuschauer*innen enge Rennen auf dem Steinhuder Meer. Der See war während der Finals die Heimat der Deutschen Meisterschaften im Coastal Rowing, Segeln, Triathlon und Windsurfen. Beim Segeln waren bei den Teams mit Kai Schäfers, Kilian König und Johannes Brack drei Sportler vom Hannoverschen Yacht-Club auf dem Podest.
Schul-Finals
Schon im Vorfeld der Finals war die Spannung auf die Wettkämpfe groß.
Im Rahmen der Schul-Finals haben etwa 14.400 Kinder und Jugendliche zwischen Ende April und Ende Juni verschiedene Sportarten ausprobiert. An 160 Aktionstagen ging es für die Schüler*innen unter anderem zum 3x3-Basketball, Flag-Football, Volleyball, Rugby, Rudern und Surfen.
„Tausende Kinder und Jugendliche haben erlebt, wie Sport Gemeinschaft stärkt, Selbstvertrauen schafft und unsere Stadt zusammenbringt“, so Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne). Maßgeblich organisiert wurden die Aktionstage vom TK Hannover. Der Großsportverein stellte alleine 66 ehrenamtliche Übungsleitende und sorgte gemeinsam mit dem großen Engagement weiterer Sportvereine und -verbände für großartige „Schnuppertage“.
„Siedepunkt der Gefühle“
„75 Prozent der Hannoveraner und Hannoveranerinnen haben ein Gefühl von Stolz, dass die Stadt solche Finals ausgerichtet hat. Und sie müssen wissen: Als Norddeutsche sind wir da am Siedepunkt der Gefühle“, freute sich Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay und kündigte bereits eine erneute Bewerbung für 2030 oder 2031 an.
Zunächst ist aber Baden-Württemberg gefragt. Die Finals 2027 finden vom 29. Juli bis 1. August in Stuttgart statt. Nach derzeitigem Stand der Planung werden 16 Deutsche Meisterschaften an neun Sportstätten in der baden-württembergischen Landeshauptstadt ausgetragen.
Mehr Infos zu den Finals sowie Fotos gibt es unter www.diefinals.de