Bevor sich Ihr Sportverein Angebote einholt, sollte zunächst geklärt werden, wie das Gebäude derzeit energetisch dasteht und welche Anforderungen die zukünftige Heizungsanlage erfüllen muss.
Auch geplante Sanierungsmaßnahmen sollten bereits zu diesem Zeitpunkt berücksichtigt werden. Wird beispielsweise eine energetische Sanierung der Gebäudehülle geplant, kann sich dadurch der Wärmebedarf des Gebäudes verringern. Dies sollte bei der späteren Auslegung der Wärmepumpe berücksichtigt werden. Die Wechselbeziehung zwischen Gebäudehülle und Anlagentechnik wird in diesem Beitrag nochmal näher aufgefasst.
Ist bereits eine Photovoltaikanlage vorhanden oder geplant, sollte auch diese bei der Planung der zukünftigen Heizungsanlage mitgedacht werden.
Eine Energieberatung kann dabei helfen, den energetischen Ist-Zustand der Sportstätte zu erfassen und mögliche Maßnahmen aufzuzeigen. Gerade wenn noch nicht feststeht, ob eine Wärmepumpe die richtige Lösung ist, kann eine solche Beratung eine wichtige Entscheidungshilfe sein.
Hier bietet sich die kostenlose Impulsberatung im Rahmen des Projekts „Verein(t) klimaneutral“ an. Im Rahmen dieser Beratung werden neben sinnvollen Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle auch Alternativen für die Heiztechnik besprochen, wie z.B. verschiedene Arten von Wärmepumpen.
Welche Wärmepumpenarten für Sportvereine infrage kommen und wann welche Variante sinnvoll sein kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Nachdem die Ausgangssituation bekannt ist und geklärt wurde, ob die Installation einer Wärmepumpe grundsätzlich sinvoll ist, sollte die konkrete technische Planung erfolgen.
Eine zentrale Grundlage ist die Heizlastberechnung. Sie ermittelt, wie groß überhaupt die Leistung der Wärmepumpe sein muss.
Gerade bei älteren Gebäuden sollte außerdem geprüft werden, ob die vorhandenen Heizflächen mit möglichst niedrigen Systemtemperaturen ausreichend Wärme an die Räume abgeben können. Ist dies nicht der Fall, können beispielsweise Anpassungen an den Heizflächen oder Verbesserungen an der Gebäudehülle erforderlich sein.
Ziel sollte sein, die erforderliche Vorlauftemperatur so weit wie sinnvoll zu reduzieren. Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto günstiger sind grundsätzlich die Voraussetzungen für einen effizienten Wärmepumpenbetrieb.
Im Rahmen der Planung sollte daher geprüft werden, ob die vorhandenen Heizkörper ausreichen, ob einzelne Heizflächen angepasst werden müssen und welche weiteren Maßnahmen für einen effizienten Betrieb sinnvoll sind.
Hinweis zur Förderung:
Beim LandesSportBund Niedersachsen gibt es kein eigenständiges Förderprogramm, mit dem Fachplanungen wie beispielsweise Heizlastberechnungen gefördert werden. Soll die anschließende Umsetzung der Wärmepumpe unter anderem über die Sportstättenbauförderung des LSB gefördert werden, können erforderliche Planungsleistungen im Rahmen der Vorplanung mit beantragt und entsprechend berücksichtigt werden.
Liegen die technischen Grundlagen vor, können Angebote von mehreren Fachbetrieben eingeholt werden. Dabei ist wichtig: Angebote sind nicht automatisch miteinander vergleichbar. Ein niedrigerer Gesamtpreis bedeutet nicht zwangsläufig, dass die angebotene Leistung günstiger ist.
Mehrere Angebote einholen
Holen Sie nach Möglichkeit Angebote von mehreren Fachbetrieben ein. Stellen Sie den Anbietern dabei möglichst dieselben Informationen und Planungsgrundlagen zur Verfügung. So schaffen Sie eine bessere Grundlage für den Vergleich.
Nicht nur die Endsumme vergleichen
Schauen Sie nicht nur auf den Gesamtpreis, sondern auch darauf, welche Leistungen und Komponenten darin enthalten sind. Ein Angebot kann günstiger erscheinen, weil einzelne Leistungen nicht enthalten sind und später zusätzlich beauftragt werden müssen.
Nachfragen, bis alles verständlich ist
Unklare Fachbegriffe, Positionen oder Angaben sollten vor der Beauftragung geklärt werden. Fragen Sie den Fachbetrieb konkret, welche Leistungen im Angebot enthalten sind und welche zusätzlichen Kosten entstehen können.
Was sollte ein Angebot enthalten?
Oft erhalten Sportvereine mehrere Angebote, die auf den ersten Blick schwer vergleichbar sind. Ein wichtiger Schritt ist daher die Prüfung, ob alle relevanten Bestandteile enthalten und verständlich beschrieben sind:
Co2online empfiehlt, dass mindestens folgende Punkte in einem Angebot enthalten sein sollten:
Bei einer Wärmepumpeninstallation entstehen neben den Kosten für die Anlage und deren Montage häufig weitere Arbeiten. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf den Umfang und die Kosten der einzelnen Leistungen.
Nicht jede Arbeit muss dabei zwangsläufig vom Heizungsfachbetrieb ausgeführt werden. Gerade bei vorbereitenden Arbeiten wie Erd- oder Fundamentarbeiten kann es sinnvoll sein, verschiedene Möglichkeiten zu prüfen.
Wird beispielsweise ein Fundament für die Außeneinheit benötigt, können verschiedene Lösungen infrage kommen:
Auch der angesetzte Arbeitsaufwand sollte nachvollziehbar sein. Fragen Sie deshalb nach, welche Arbeiten der Fachbetrieb selbst übernimmt und wie viele Arbeitsstunden dafür kalkuliert wurden. Ein Fachbetrieb mit einem höheren Stundensatz muss nicht zwangsläufig die wirtschaftlichste Lösung für jede einzelne Nebenarbeit sein. Bei Arbeiten, die kein spezielles Fachwissen des Heizungsbauers erfordern, kann es sich daher lohnen zu prüfen, ob diese von einem dafür geeigneten Unternehmen günstiger ausgeführt werden können.
Dabei sollte jedoch nicht allein der Preis entscheidend sein. Werden mehrere Unternehmen beteiligt, müssen die Zuständigkeiten und Schnittstellen klar geregelt sein.
Wie ein genauer Blick auf einzelne Positionen eines Wärmepumpenangebots zu Einsparungen führen kann, zeigt dieses Praxisbeispiel:
https://www.youtube.com/watch?v=CM0CM17uVrI
Prüfen Sie frühzeitig, welche Fördermöglichkeiten für Ihre geplante Maßnahme infrage kommen.
Hinweise zu den aktuellen Fördermöglichkeiten finden Sie in diesem Beitrag.
Lassen Sie die Wärmepumpe nach der Installation fachgerecht einstellen. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass die einzelnen Heizkörper entsprechend dem Wärmebedarf des Gebäudes mit der benötigten Wassermenge versorgt werden. So kann die Heizungsanlage möglichst effizient mit niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden.