Macht es Sinn jetzt noch eine neue Gasheizung einzubauen?

Sie haben gehört, dass Gas- und Ölheizungen aktuell noch eingebaut werden dürfen? Und weil Ihre Vereinskasse ohnehin eher knapp gefüllt ist, denken Sie darüber nach, lieber eine neue Gas- oder Ölheizung einzubauen – statt direkt auf ein Heizsystem mit erneuerbaren Energien umzusteigen? Schließlich scheint eine fossile Heizung auf den ersten Blick deutlich günstiger zu sein als zum Beispiel eine Wärmepumpe.

Doch lohnt sich das wirklich noch?

Richtig ist: Bis zum Zeitpunkt, an dem die Wärmeplanung greift, dürfen noch neue Heizungen mit fossilen Brennstoffen eingebaut werden. Für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern gilt dies spätestens bis zum 30. Juni 2026, für die Städte mit bis zu 100.000 Einwohnern spätestens bis zum 30. Juni 2028.

Dabei ist zu beachten, dass beim Einbau von Heizungen, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden, eine verbindliche Beratung erfolgen muss. Diese Beratung soll auf die wirtschaftlichen Risiken hinsichtlich steigender CO2-Preise für fossile Brennstoffe hinweisen und auch Alternativen, etwa auf der Grundlage der anstehenden Wärmeplanung, in Betracht ziehen. Und genau diese Risiken sind erheblich.

Anschaffungskosten vs. Betriebskosten

Ja, eine neue Gasheizung kostet in der Anschaffung oft deutlich weniger als viele erneuerbare Alternativen. Dazu kommt, dass ein neues Brennwertgerät sehr wahrscheinlich effizienter arbeitet als ein altes.

Aber das ist nur ein Teil der Rechnung.

Hinzu kommen die laufenden Kosten für den Energieträger Gas – und diese sind in den letzten Jahren dauerhaft gestiegen. Einer der Hauptgründe: Gas muss heute aus anderen Ländern deutlich teurer importiert werden als früher aus Russland.

Zudem gibt es zwei Entwicklungen, die Gas in Zukunft noch teurer machen dürften:

  1. CO2-Preis: Der CO₂-Preis wird jährlich steigen. Ab 2027 wird er nicht mehr staatlich festgelegt, sondern am Markt gehandelt. Das bedeutet: Wer weiterhin fossile Brennstoffe nutzt, muss mit immer höheren Kosten rechnen.
  2. Netzentgelte: Die Anzahl der Gebäude, die noch mit Gas heizen, ist in den letzten Jahren bereits deutlich zurückgegangen. Das bestehende Gasnetz muss jedoch weiterhin betrieben und instand gehalten werden. Diese Kosten werden über den Gasverbrauch – also je Kilowattstunde – auf die verbliebenen Nutzer umgelegt. Je weniger Verbraucher am Netz hängen, desto höher werden die Netzentgelte für die Einzelnen. Ein weiterer Preisanstieg ist daher sehr wahrscheinlich.

Hinzu kommt, dass das Gesetz vorsieht, das jetzt eingebaute Gas- oder Ölheizungen ab 2029 steigende Anteile von Biomasse, zum Beispiel Biomethan, oder grünem oder blauen Wasserstoff nutzen muss (15 Prozent ab 2029, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040). Doch diese sogenannten "grünen Gase" sind teuer und knapp. Biogas wird aus Energiepflanzen, Bioabfällen oder Gülle gewonnen – also nicht unbegrenzt verfügbar. Schon heute ist Biogas deutlich teurer als Erdgas. Wenn künftig die Nachfrage stark steigt, werden die Preise entsprechend mitsteigen.

Klar: Der Einbau einer Wärmepumpe oder eines anderen Heizsystems auf Basis erneuerbarer Energien ist zunächst teurer – besonders, wenn zusätzliche Maßnahmen wie neue Heizkörper oder Dämmung nötig sind.

Jedoch gibt es viele Fördermöglichkeiten für etwaigen Maßnahmen und macht unabhängig von CO2-Preisen, steigenden Gaspreisen oder drohenden Investitionen in alternative Brennstoffe wie Biomethan.
Im Gegensatz dazu bindet eine neue Gasheizung den Verein langfristig an ein Heizsystem, das zunehmend teurer, unsicherer und womöglich bald nicht mehr unterstützt wird.

 

Fazit

Es geht nicht nur um die Anschaffungskosten! Eine neue Gasheizung wirkt kurzfristig günstiger, kann aber langfristig zu einer teuren Fehlentscheidung werden.

Unsere Empfehlung:
Lassen Sie sich unbedingt unabhängig und fachlich gut beraten. Klären Sie mögliche Alternativen – und entscheiden Sie nicht allein aufgrund der vermeintlich günstigen Anfangskosten.

Für eine erste Einschätzung, welche Alternativen für Ihr Vereinsgebäude sinnvoll sind, kann die kostenlose Impulsberatung von Verein(t)klimaneutral genutzt werden.