Kleine Maßnahmen, große Wirkung

Auch kleine Änderungen im Nutzungsverhalten oder geringinvestive Maßnahmen – zum Beispiel an der Heizung – können zu erheblichen Energieeinsparungen führen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern schont auch die Vereinskasse.

Die folgenden Maßnahmen sind leicht umsetzbar und können in kurzer Zeit große Effekte erzielen. Wir unterscheiden dabei zwischen Strom-, Wärme- und Wassereinsparungen. Zum Schluss geht es auch darum, die Mitglieder zu sensibilisieren. Ganz unten finden Sie außerdem eine Checkliste, in der alle genannten Punkte übersichtlich zusammengefasst sind – eine ideale Grundlage, um mit begrenztem Budget kurzfristig große Einsparungen zu erzielen.

Strom

Viele Sporthallen und Vereinsgebäude verbrauchen unnötig Strom – oft reichen schon ein paar einfache Änderungen, um Kosten zu sparen.

  1. Licht aus!
    In allen Sporthallen und Vereinsgebäuden sollte konsequent das Licht ausgeschaltet werden, wenn es nicht benötigt wird. Jede unnötig brennende Lampe verursacht vermeidbaren Stromverbrauch – und damit unnötige Kosten
     
  2. Verzichtbare Geräte abschalten & Standby Modus vermeiden
    Prüfen Sie, ob alle laufenden Geräte wie Kühlschränke, Getränkeautomaten, elektronische Handtrockner, Elektrogeräte oder Lüftungsanlagen wirklich zwingend erforderlich sind. Wenn nicht: ausschalten oder nicht mehr benötigte Geräte fachgerecht entsorgen. Auch regelmäßig genutzte Geräte wie Bürocomputer, Drucker oder Musikanlagen sollten konsequent nach Gebrauch komplett vom Strom getrennt werden. Der Standby-Modus verursacht oft einen unnötig hohen Verbrauch und kann durch die Verwendung von abschaltbaren Steckdosenleisten einfach vermieden werden.
     
  3. Auf LED-Lampen umrüsten
    Im Bereich der Innenbeleuchtung sind Einsparungen von 50–80 % möglich. Da die Kosten für LEDs überschaubar sind und sich der Stromverbrauch damit deutlich reduzieren lässt, amortisiert sich die Umrüstung oft schon innerhalb weniger Jahre.
     
  4. Smarte Steuerung der Lichttechnik
    Durch den Einsatz moderner Steuerungssysteme – wie Bewegungs- oder Präsenzmelder  Zeitschaltuhren oder tageslichtabhängige Sensoren – wird die Beleuchtung nur dann eingeschaltet, wenn sie tatsächlich benötigt wird. Das verhindert unnötigen Stromverbrauch, zum Beispiel in ungenutzten Hallenbereichen, Umkleiden oder Fluren.
     
  5. Monitoring der Stromverbräuche
    Moderne Technologien - wie Smart Meter, Apps und drahtlose Steckdosen - ermöglichen es, den Stromverbrauch in Echtzeit zu überwachen und so verstecke Stromfresser zu identifizieren. So können gezielt Maßnahmen ergriffen werden, um den Verbrauch zu senken – das reduziert die Kosten und schont die Umwelt.
     
  6. Bedarfsgerechter Betrieb von Flutlichtanlagen
    Bei vielen Sportvereinen trägt die Flutlichtanlage erheblich zum Stromverbrauch bei. Eine einfache Maßnahme ist es, die Anlage bedarfsgerecht zu betreiben – z. B. nur mit halber Feldbeleuchtung, wenn nicht die volle Ausleuchtung benötigt wird.

Wärme

Effizientes Heizen spart Energie und Kosten. Schon kleine Anpassungen können große Effekte haben.

  1. Hydraulischen Abgleich durchführen
    Ein hydraulischer Abgleich optimiert die Heizungsanlage, sodass jeder Heizkörper genau die benötigte Wassermenge erhält. Hinweise auf nötigen Abgleich: ungleichmäßig warme Heizkörper, Geräusche in Ventilen und Rohren, zu hohe Vor- oder Rücklauftemperaturen. Der hydraulische Abgleich sollte durch einen Fachplaner oder eine Fachfirma ausgeführt werden.
     
  2. Heizkörper entlüften
    Gluckernde Heizkörper sollten entlüftet werden. Durchschnittlich dauert das fünf Minuten pro Heizkörper und spart Heizkosten. Hierbei ist zu beachten, dass ggf. Heizungswasser nachgefüllt werden muss und die Wasserqualität den Anforderungen entspricht.
     
  3. Heizkörper und Thermostate herunterdrehen
    Passen Sie die Raumtemperatur an die Nutzung an. Pro Grad Absenkung lassen sich rund 6 Prozent Heizenergie sparen. Selten genutzte Räume sollten auf kleiner Stufe mit beheizt werden, da es mehr Energie kostet, einen völlig ausgekühlten Raum wieder voll zu beheizen.
     
  4. Beheizung der Räume bedarfsorientiert regeln
    Achten Sie darauf, dass die Nutzung der Heizanlagen in den Sporträumen an die Belegzeiten angepasst ist. Sprich, die vorhandene Heizungsregelung auf den tatsächlichen Betrieb einzustellen und die „Nachtabsenkung“ an nutzungsfreien Tagen durchgehend in Betrieb zu lassen.
     
  5. Heizkörper nicht zustellen
    Damit Heizkörper energiesparend funktionieren, sollten sie nicht verdeckt werden. Keine Möbel, Vorhänge oder Ähnliches davor platzieren.
     
  6. Bewusstes Lüftungsverhalten
    Bei gekippten Fenstern werden Heizkosten im wahrsten Sinne zum Fenster rausgeschmissen. Besser: stoßlüften. Heizung vor dem Lüften herunterdrehen, Fenster weit öffnen (bei Frost ca. 2-3 Minuten bei milden Temperaturen eine Viertelstunde), Fenster schließen und erst dann das Heizungsthermostat wieder auf die richtige Temperatur stellen.
     
  7. Rohre dämmen & isolieren
    Kleiner Aufwand, bringt viel: Heizungs- und Warmwasserleitungen, Ventile, Pumpen, Armaturen lassen sich gut nachträglich dämmen und isolieren.
     
  8. Regelmäßige Wartung der Heizungsanlage
    Eine regelmäßig gewartete Heizungsanlage arbeitet effizienter und senkt den Energieverbrauch. Fachpersonal sollte die Anlage regelmäßig überprüfen, um Verschleiß vorzubeugen und einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen.
     
  9. Prüfungen von Ventilen, Thermostaten und Dichtungen
    Defekte oder falsch eingestellte Ventile und Thermostate können unnötige Energie verschwenden. Über smarte Thermostate lässt sich zusätzlich eine digitale Steuerung über Smartphones oder Tablets ermöglichen, sodass unnötiges Heizen vermieden werden kann. Ebenso ist es sinnvoll für alle Fenster und Türen eine Wartung durchzuführen. Die Fensterbeschläge und der Schließmechanismus sollten fachgerecht überprüft und die Dichtung bei Bedarf erneuert werden.  
     
  10. Verzicht auf Zusatzheizgeräte
    Gas- oder strombetriebene Zusatzheizungen wie Heizpilze oder Radiatoren sind wahre Energiefresser. Sie sollten nur in Ausnahmefällen oder gar nicht eingesetzt werden. Vor allem in Vereinsheimen befinden sich unter Handwaschbecken auf den Toiletten oft kleine Boiler für die Warmwasserbereitung. Hier lohnt sich die Überlegung, ob nicht auch kaltes Händewaschen ausreichend ist – denn dadurch können ebenfalls unnötige Energiekosten vermieden werden. Wenn dennoch Warmwasser an den Handwaschbecken erforderlich ist, sollten die ineffizienten elektrischen Kleinspeicher durch kleine Durchlauferhitzer ersetzt werden.
     
  11. Monitoring der Wärmeverbräuche
    Mit digitalen Messsystemen oder Smart-Meter-Technologie lassen sich Verbrauchsdaten in Echtzeit erfassen und auswerten. So können ineffiziente Heizzeiten oder übermäßiger Verbrauch schnell erkannt und behoben werden.

Wasser

Viele Sportstätten verbrauchen besonders viel Wasser – zum Beispiel beim Duschen oder bei der Bewässerung von Grünflächen.

  1. Ressourcenschonende Sanitäranlagen einsetzen
    Durch wassersparende Armaturen wie Einhand- oder Thermostatbatterien, Sensorarmaturen, wassersparende Duschköpfe oder Durchflussbegrenzer lässt sich viel Wasser einsparen.
     
  2. Monitoring der Wasserverbräuche
    Die regelmäßige Dokumentation des Wasserverbrauchs hilft, Einsparpotenziale zu erkennen und gezielt Maßnahmen umzusetzen. Zusätzlich ist die Installation von Warmwasserzählern immer hilfreich und lohnend.
     
  3. WC-Spülung optimieren
    Moderne Spültechniken, wie Spül-Stopptasten oder Zwei-Mengen-Spülungen, reduzieren den Wasserverbrauch erheblich.

Sensibilisierung der Mitglieder*innen

Damit die aufgezeigten Nutzungs­verhaltensweisen – wie das konsequente Ausschalten des Lichts, richtiges Lüften oder die bedarfsgerechte Nutzung stromverbrauchender Geräte – auch wirklich umgesetzt werden, müssen die Mitglieder*innen dafür sensibilisiert werden, z. B. durch gut sichtbare Hinweisschilder. Besonders wichtig ist die Sensibilisierung für folgende Themen:

  • Angemessene Duschzeiten und temperaturbewusstes Duschen
  • Angemessene Lichtnutzung z.B. konsequentes Ausschalten der Beleuchtung
  • Angemessene Nutzung von stromverbrauchenden Geräten z.B. Haarföhn
  • Vermeidung von Dauerbelüftung während der Heizperiode - stattdessen Stoßlüftung
  • Benennung einer energieverantwortlichen Person z.B. für das Ausschalten von Lichtschaltern nach dem Training

In folgender Checkliste finden Sie alle genannten Maßnahmen und Hinweise zur Sensibilisierung noch einmal übersichtlich zusammengefasst. Diese Maßnahmen – kombiniert mit gezielter Sensibilisierung – sind ein guter Anfang und erzielen schnell spürbare Effekte.

Für mittel- und langfristige Einsparungen sind jedoch größere Investitionen erforderlich, z. B. Dämmmaßnahmen, die Installation einer Photovoltaikanlage oder der Umstieg auf eine Heizung mit erneuerbaren Energien.

Dabei sollte das Gebäude als Ganzes betrachtet und alle Sanierungsschritte sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.

Unabhängig davon, ob in nächster Zeit kleinere oder größere Maßnahmen geplant sind, empfehlen wir dringend, zunächst eine unabhängige Energieberatung durchführen zu lassen. So stellen Sie sicher, dass bei der energetischen Sanierung alle relevanten Aspekte berücksichtigt werden.